Was bedeutet UGC im Restaurant-Marketing?

UGC steht für User Generated Content. Im Marketing meint der Begriff meist Fotos oder Videos, die bewusst in einem natürlichen, plattformtypischen Stil produziert werden. Häufig erstellt ein Creator den Content im Auftrag des Restaurants, während das Restaurant die fertigen Inhalte auf den eigenen Kanälen verwendet.

Das ist nicht automatisch dasselbe wie Influencer Marketing. Bei einer Influencer-Kooperation ist vor allem die Veröffentlichung und Reichweite auf dem Account des Creators relevant. Bei UGC steht zunächst das produzierte Material im Mittelpunkt. Beides kann kombiniert werden, sollte aber im Briefing und in der Vereinbarung klar getrennt sein.

Welche UGC-Formate passen zu Restaurants?

Gastro-Content funktioniert besonders gut, wenn er schnell verständlich ist und Appetit, Atmosphäre oder einen konkreten Anlass vermittelt. Dafür braucht es nicht immer eine große Produktion.

  • Ein kurzer Rundgang vom Eingang bis zum servierten Gericht
  • Die Zubereitung eines Signature Dishes in mehreren Nahaufnahmen
  • Ein ehrlicher First-Bite- oder Taste-Test
  • Ein Besuch aus Sicht eines Gastes: Ankommen, bestellen, essen
  • Behind-the-Scenes mit Küche, Bar oder Service-Team
  • Ein Anlassformat wie Lunch-Date, Feierabend oder Geburtstagsessen

Das Briefing: genug Richtung, aber kein starres Drehbuch

Ein gutes Briefing schützt beide Seiten vor Missverständnissen. Es erklärt Ziel, Pflichtinhalte und Rahmenbedingungen, lässt dem Creator aber genug Raum für eine natürliche Umsetzung. Gerade bei kurzen Social Videos wirkt ein komplett ausformulierter Werbetext oft weniger glaubwürdig als eine klare inhaltliche Leitplanke.

  • Ziel des Contents: Reichweite, Profilbesuche, Reservierungen oder Material für den eigenen Kanal
  • Zielgruppe und Anlass: zum Beispiel Lunch, Date Night oder Familienbesuch
  • Produkte und Szenen, die im Video vorkommen müssen
  • Gewünschte Formate, Anzahl der Varianten und Abgabetermin
  • Ton, Sprache, Untertitel und mögliche No-Gos
  • Geplante Nutzung: organischer Post, Website oder bezahlte Anzeige

Nutzungsrechte vorher klären

Wer Content bezahlt, besitzt nicht automatisch jede denkbare Nutzung. Restaurant und Creator sollten deshalb festhalten, auf welchen Kanälen, wie lange und in welchem Umfang das Material eingesetzt werden darf. Besonders die Nutzung in bezahlten Anzeigen, Rohmaterial, nachträgliche Bearbeitungen und eine Veröffentlichung auf dem Creator-Account sollten ausdrücklich besprochen werden.

Auch erkennbare Gäste und Mitarbeitende gehören in die Planung. Im Zweifel sollte nur mit Personen gedreht werden, deren Einverständnis vorliegt. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung, macht aber deutlich, welche Punkte vor der Produktion nicht offenbleiben sollten.

So startest du ohne großes Risiko

Beginne mit einem klaren Anlass und wenigen Varianten. Ein sinnvoller Test kann aus einem Hauptvideo, zwei unterschiedlichen Einstiegen und einigen zusätzlichen Nahaufnahmen bestehen. Veröffentliche nicht alles gleichzeitig, sondern beobachte, welcher Einstieg, welches Gericht und welche Erzählweise die stärksten Reaktionen auslösen.

Der erste Auftrag muss kein vollständiger Monatsplan sein. Wichtiger ist, dass Restaurant und Creator nach der Produktion konkret sagen können, was beim nächsten Mal beibehalten oder verändert werden soll.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: 15. Juli 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung.